Montag, 7. März 2016

[Auslandssemester] Die erste Zeit

Hallo zusammen!

Weiter geht es mit meinen Erfahrungen :).

Nachdem ich angereist war hieß es natürlich sich durch den Alttag zu wuseln und den Unterricht zu beginnen. Ich muss euch sagen. Es ist wirklich viel, viel hin und her gerenne. Formulare müssen ausgefüllt werden und nach Deutschland geschickt werden, Mensa und Buskarten beantragt werden, das Schulsystem kennengelernt werden. Die Umgebung muss erkundet werden, was gibt es wo etc.? Es gibt viel neues zu entdecken, aber mit ein bisschen Neugierde und Tatendrang und ein bisschen Recherche klappt das eigentlich alles ganz gut. Man muss sich halt heraus trauen :).
Was mir sehr aufgefallen ist, ist, dass man quasi kein Kontakt zu Einheimischen hat. Die Finnen bleiben unter sich und die Internationals genauso. Das ist wirklich schade und nach 2 Monaten habe ich auch nur mit 2-3 Finnen kurz geredet. Mehr nicht. Es ist wirklich bedauerlich, aber besonders bei den Finnen ist es sehr schwer da rein zu kommen. Bei anderen Kulturen mag das durchaus anders sein.

Die erste Zeit ist wirklich alles neu und aufregend und es gab einige Momente wo mich besonders die Bürokratie und die Mentalität der Finnen in den Wahnsinn trieb. Nichts mit Pünktlichkeit oder sogar Informationen, nein, das kann man schön alles selber irgendwie machen.
Aber das klappt man muss sich nur drauf einlassen und durch kämpfen.
Was ich absolut nicht erwartet hätte ist: Ich habe unglaublich viel Freizeit. Und mit unglaublich, meine ich unglaublich. Die ersten 5 Wochen hatte ich 5 mal die Woche Unterricht und habe dann 3 Klausuren geschrieben. Da war schon viel zu tun. Aber danach, tja danach habe ich in 3 Monaten 4 mal Unterricht. Das ist es. Ich muss zwar eine Gruppenarbeit machen, aber vom Aufwand her ist das nichts. Zu Hause würden die uns dafür auslachen :D. Das hätte ich wirklich nicht erwartet und es war auch eine sehr große Umstellung damit klar zu kommen. Denn man bedenke: Hier ist nichts. Keine Familie, keine Freunde, kein Haushalt, kein Job, nicht mal ne Stadt wo man mal eben hin kann. Nichts. :D Da muss man sich erstmal dran gewöhnen. Also stellt euch aufjedenfall darauf ein, dass das Auslandssemester mehr Zeit lässt als normale Semester. Reisen bietet sich da natürlich auch gut an. Aber das Ausmaß hat mich wirklich überrascht. In meinem ganzen Leben hatte ich noch nie so viel Freizeit.
Worauf ihr euch, meistens bei weiten nicht immer, einstellen müsst, ist, dass wenn ihr im Studentenwohnheim wohnt es ziemlich einschränkend ist. Ein bisschen was habe ich ja schon erzählt, aber da möchte ich gerade nochmal etwas näher drauf eingehen.
Ich habe quasi nie meine Ruhe. Ich teile mir ein Zimmer und die 8 anderen Mitbewohner sind eigentlich viel schlimmer. Die sind nämlich ständig laut. Egal ob morgens um 7 Musik angemacht wird oder um halb 1 gekocht. Es ist hellhörig hier, was die anderen aber nicht zu stören scheint :D. Ständig läuft man wem über den Weg und muss auf irgendwen Rücksicht nehmen. Es ist wirklich anstrengend und nervig und ich war auch absolut nicht vorgewarnt. Also stellt euch drauf ein, ich glaube das ist wirklich gang und gebe und in manchen Ländern sind die Gegebenheiten bestimmt weitaus schlechter.

Falls ihr Fragen habt könnt ihr mir natürlich jeder Zeit schreiben.

Im nächstem Beitrag erzähle ich euch von meinem Lappland Urlaub :).

Eure Jana

1 Kommentar

  1. Ich selbst würde mich nie trauen, ganz alleine ein Auslandssemester zu machen, aber ich finde deine Berichte echt spannend. Vor allem ist Finnland auch keins der Länder, wo "jeder" hinfährt und deshalb ist es auch wieder etwas ganz anderes, darüber zu lesen. Mit den ganzen Mitbewohnern fände ich es schrecklich. Einfach weil man immer jemanden um sich herum hat und nie seine Ruhe hat und allein sein kann. Das würde mich total stören :D
    Solange du dich nicht langweilst, ist es ja super, dass du so viel Freizeit hast. Da kommt man dann auch genug dazu, die Gegend zu erkunden und wirklich etwas aus seiner Zeit im Ausland zu machen, wenn man nicht nur mit schulischen Dingen beschäftigt ist. Ich wünsche dir noch viel Spaß!

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Maira Gall