Freitag, 6. März 2015

[Gastrezension] Morgen war Krieg





Autor/in: John Marsden
Verlag: Carlsen
Genre: Roman
Erscheinungsdatum: 2002
Seitenanzahl: 288 Seiten
ISBN-10: 3551361301
Ausgabe: gebunden
Preis: € 7,22 [D]
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Sieben junge Leute aus Australien wollen ein paar Tage am Busen der Natur verbringen und schlagen ihre Zelte in der Wildnis auf. Eines Nachts beobachten sie dabei ungewöhnliche Flugaktivität am Himmel. Als sie vom Ausflug nach Hause zurück kehren, fehlt von ihren Bekannten und Verwandten jede Spur, Dörfer und Höfe wirken wie ausgestorben. Es stellt sich heraus, dass eine fremde Macht Australien überfallen und die Bewohner in Lagern zusammen getrieben hat. Die jungen Leute beschließen, Widerstand zu leisten.

Lena´s Meinung:

„Morgen war Krieg“ ist das erste Buch der Tomorrow-Reihe von John Marsden.
Obwohl das Buch bereits 1993 erschienen ist und seit dem mehrfach wieder verlegt wurde, ist es hier zu Lande weitestgehend unbekannt, leider.
Auf den ersten Blick scheint die Geschichte ein wenig sehr unglaubwürdig: innerhalb von zwei Tagen wird ganz Australien aus heiterem Himmel von einer fremden Nation eingenommen und gerade eine Gruppe von Teenager hat das Glück oder auch das Pech campen gegangen zu sein und das Großereignis verpasst zu haben.
Ja, ich muss zugeben, beinahe hätte ich das Buch wieder zurück ins Regal gestellt. Aber hat man einmal angefangen zu lesen wirkt das Ganze ganz und gar nicht mehr so lächerlich. Im Gegenteil, der Autor gibt einen Einblick in das Australische Farm- und Kleinstadtleben, die Unbekümmertheit der Menschen und den perfekten Tag für einen Angriff: den australischen Nationalfeiertag. Es macht alles so erstaunlich Sinn, dass man echt Angst kriegen könnte.
Was die Charaktere angeht beschränkt es sich die meisten Zeit auf die Teenager. Anfangs erscheinen sie sehr stereotypisch, die Schönheit aus der Stadt, der rüpelhafte Kerl, der dauerhaft Streit mit der Polizei sucht, der brillante aber stille Chinese, der Kiffer, dem nicht wirklich bewusst ist was da vor sich geht und so weiter. Doch sobald der Gruppe bewusst wird, wie sehr sich ihre Heimat verändert hat, verändern auch sie sich. Jeder von ihnen entwickelt sich und stellt sich auf seine Art den Geschehnissen. Das schmerzhafte Bewusstsein, dass ihre Eltern, Geschwister und Freunde verschleppt wurden und vielleicht tot sind, dass sie nicht mehr nach Hause können, dass es keine Sicherheit mehr gibt, all das stellt John Marsden sehr anschaulich da.
Genauso wie die grüblerische Seite des Krieges. Fragen wie: Sollten wir handeln oder uns verstecken? Haben wir die Pflicht etwas zu tun? Darf ich töten um mich und meine Freunde zu retten? Wird es ein Leben nach dem Krieg geben? Etc. werden thematisiert und besonders die Hauptperson Ellie ringt viel mit sich selbst.
Das fand ich persönlich sehr wichtig, denn es hat immer wieder gezeigt, dass Ellie und ihre Freunde keine Soldaten und keine Erwachsenen sind, egal was dieser Krieg sie zwingt zu tun. Nein, es sind junge Menschen, die so gerne jemanden hätten, der ihnen sagt was das Richtige ist. Jugendliche, die vermutlich vorher noch nie eine Waffe in der Hand hatten, Angst haben und vollkommen überfordert sind, aber trotzdem kämpfen.
Und neben all dem Krieg der vor sich geht sind da auch noch die ganz normalen Teenager Probleme, die das Gruppengefüge vor einige Schwierigkeiten stellen.
Alles in allem ist es wirklich zu einem meiner Lieblingsbücher geworden. Jeder Charakter ist einzigartig und trägt seinen Teil zur Geschichte bei. Auch wenn ich es etwas seltsam finde, dass John Marsden einen Plan entworfen hat wie man sein Heimatland am Besten einnehmen kann, finde ich die Idee gut und die Umsetzung noch besser. Meiner Meinung nach ist es eine Geschichte die man nicht alle Tage findet.

Fazit: Spannend Geschichte mit Tiefgang und interessanten Charakteren.

Lieblingszitat:

“All these words, words like 'evil' and 'vicious', they meant nothing to Nature. Yes, evil was a human invention.“

Bewertung:



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© Thousandlifes
Maira Gall